Debüt für den neuen Weinjahrgang




Deutsche Winzer haben ihren „Neuen“ bereits abgefüllt

Sie heißen Debüt und Grünspecht, Frischling, Jungfuchs oder Primus und sie haben eines gemeinsam, es sind Weine des neuen Jahrgangs aus deutschen Anbaugebieten.

Vor 20 Jahren gehörte Dr. Reinhardt Muth aus dem rheinhessischen Alsheim zu den Pionieren, die versuchten den Weinfreunden Geschmack an frischen, jungen deutschen Weinen zu machen. In den letzten Jahren sind Winzer in allen Anbaugebieten dazu übergegangen. Eine EU-Verordnung ermöglicht es den deutschen Winzern ab 1. November Wein unter dem Namen „Der Neue“ in Verkehr zu bringen.

Stefan Erbeldinger aus Bechtheim produziert seit 1987 jedes Jahr einen Neuen, den er nach seinem Jüngsten, Christoph, benannt hat. Dieses Jahr ist es ein Portugieser und 8000 Flaschen werden von den Erbeldingerkunden schon sehnlichst erwartet.

Burkhard Spieß, ebenfalls aus Bechtheim nennt seinen Neuen „Frischling“ und er ist mit der Qualität des roten „Saint Laurent“ sehr zufrieden. Er bedauert, dass sich bei vielen Kunden die Überzeugung nicht ausmerzen lässt, dass sein junger Wein bis Weihnachten getrunken sein müsste: „So ein Quatsch, wo der doch immer besser wird“, lautet sein Kommentar.

In Baden haben sich zwei Winzergenossenschaften zusammengetan und starten ihr Weinjahr immer mit einem „Debüt“: Die Auggener produzieren den weißen Debüt 2002, ihre Kollegen von der Winzergenossenschaft Wolfenweiler füllen das rote Gegenstück dazu ab.

Viele deutsche Winzer haben übrigens bereits ganz unspektakulär einen Teil des neuen Jahrgangs in der Flasche - ohne besonderen Namen und extra Etikett - ganz einfach weil die Lager leer sind und die Weinfreunde auf Nachschub warten.
Deutsches Weininstitut


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