Was sind pilzfeste Rebsorten?
Warum sind pilzfeste Sorten für den Weinbau so wertvoll?
ROBUSTE Rebsorten, eine naheliegende Alternative zum Pflanzenschutz!
Die ökologisch orientierte Weinbaupraxis befasst sich intensiv mit pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (PIWI). Hier ein paar Sortenbeispiele: Johanniter, Solaris, Saphira, Seyval blanc für Weißwein; Regent, Léon Millot, Maréchal Foch für Rotwein. Die Entwicklung einer neuen Rebsorte von der Kreuzung bis zu ihrer Einführung in die Praxis dauert 15 bis 30 Jahre und mehr, eine sehr lange Zeit!
Was sind pilzwiderstandsfähige Rebsorten?
Gemäß EU-Recht ist die Herstellung von Qualitätswein nur aus Sorten der Art Vitis vinifera möglich. Erste Sorten aus der Resistenzzüchtung wurden Mitte der 1990er Jahre (z.B. in Deutschland ab 1995) für die Qualitätsweinproduktion zugelassen. Diese Sorten erfordern im Weinberg auf Grund natürlicher Resistenzeigenschaften geringere Pflanzenschutzaufwendungen. Sie sind das Ergebnis eines über Jahrzehnte währenden Züchtungsprozesses, in dessen Verlauf mehrfache Rückkreuzungen mit Kultursorten erfolgten. Sie sind der Art Vitis vinifera zuzuordnen, da sie im Rahmen des durchgeführten Zulassungsverfahrens taxonomisch davon nicht zu unterscheiden sind. Zusammengefasst zeichnet sich diese Sortengruppe aus durch:
Diese Sorten werden vielfach unter dem Sammelbegriff „pilzwiderstandsfähige Rebsorten“, kurz „Piwis“ zusammengefasst. Auch Begriffe, wie „pilztolerante Rebsorten“ oder „pilzresistente Rebsorten“ werden in diesem Zusammenhang oft verwendet, sie beschreiben jedoch weniger präzise die Sorteneigenschaften und sollten daher vermieden werden.
Hiervon zu unterscheiden ist die Sortengruppe der sogenannten „Hybriden“ oder „Direktträger“ oder auch „Interspezifische“. Diese Sorten weisen zwar in der Regel Resistenzeigenschaften auf, eine offizielle Überprüfung der taxonomischen Zugehörigkeit und/oder der Weinqualität fehlt jedoch. In aller Regel handelt es sich hierbei um Sorten, die schon älter sind und meist vor 1950 gekreuzt wurden.
Was meint man mit pilzwiderstandsfähig?
Es bedeutet mehr oder weniger resistent gegen die Pilzkrankheiten, die in unseren Weinbauregionen aber auch weltweit vorkommen. Diese befallen alle traditionellen Rebsorten wie Pinot noir, Riesling, Chardonnay usw. Ein solcher Pilzbefall kann die Traubenernte total vernichten. Die traditionellen Rebsorten müssen jedes Jahr 6- bis 8-mal mit Fungiziden behandelt werden. So gelangen diese Spritzmittel in die Umwelt, und diese Spritzungen sind nicht gerade eine angenehme Arbeit.
Warum werden die Reben krank?
Die beiden wichtigsten Krankheiten, die regelmäßigen Pflanzenschutz nötig machen, sind der Falsche und der Echte Mehltau. Diese Mehltaukrankheiten waren ursprünglich bei uns nicht heimisch. Sie wurden im 19. Jahrhundert von Nordamerika nach Europa eingeschleppt und haben sich in jener Epoche explosionsartig ausgebreitet. Der Weinbau in Europa drohte zugrunde zu gehen, auch wegen der Reblaus, die zur selben Zeit in Europa wütete. Vor dieser Zeit musste man die Reben nicht spritzen.